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Opportunitätskosten beziehen sich auf den Wert der (bestmöglichen) Alternative, die aufgegeben wird, wenn eine bestimmte Wahl getroffen wird. In der Handelstheorie nach Ricardo bedeuten
die Opportunitätskosten einer Einheit des Gutes X die Anzahl der Mengeneinheiten von Gut Y, die produziert hätten können, wären die Inputfaktoren für die Produktion einer Einheit des Gutes Y
eingesetzt worden.
Absoluter Kostenvorteil: Ein absoluter Kostenvorteil ist vorhanden, wenn ein Land A ein Gut zu niedrigeren Preisen (im Vergleich zu einem weiteren Land) produzieren kann, d.h.,
Land A kann eine Einheit des Gutes X mit geringerem Faktoreinsatz produzieren als Land B.
Komparativer Kostenvorteil: Ein Land A besitzt einen komparativen Kostenvorteil gegenüber von Land B, wenn die Opportunitätskosten in Land A für die Produktion eines Gutes X geringer sind
als in Land B.
Ausschlaggebend für die Entscheidung für oder gegen internationalen Handel ist nicht der absolute, sondern der komparativer Kostenvorteil. Das folgende Beispiel zeigt, dass Handel für zwei Länder
vorteilhaft sein kann, auch wenn ein Land für beide Güter einen absoluten Kostenvorteil besitzt. Dieser Zusammenhang erklärt auch, weshalb Industrienationen mit Entwicklungsländern handel betreiben,
obwohl Industrienationen häufig geringere absolute Kosten besitzen.
Gut X
Gut Y
Land A
aXA = 2
aYA = 1/2
Land B
aXB = 4
aYB = 3
In diesem Beispiel besitzt Land A sowohl für Gut X als auch für Gut Y einen absoluten Kostenvorteil, dennoch ist ein Handel zwischen den Ländern A und B vorteilhaft, da Land A
einen komparativen Kostenvorteil für Gut Y besitzt, während Land B einen komparativen Kostenvorteil für Gut X besitzt. In anderen Worten, die Opportunitätskosten für die Produktion
einer Einheit von Gut X ist in Land B geringer als in Land A. Dadurch profiert Land A, wenn es sich auf die Produktion von Gut Y spezialisiert und Gut X importiert (und vice versa).
\[ OK_{X}^{A} = \frac{2}{1/2} = 4 > OK_{X}^{B} = \frac{4}{3} \]
\[ OK_{Y}^{A} = \frac{1/2}{2} = \frac{1}{4} < OK_{Y}^{B} = \frac{3}{4} \]
Land A | Land B | |
---|---|---|
Gut X | aXA = 4 | aXB = 3 |
Gut Y | aYA = 1 | aYB = 2 |
Land A:
\[ OK_{X}^{A} = 4 \]
\[ OK_{Y}^{A} = \frac{1}{4} \]
Land B:
\[ OK_{X}^{B} = \frac{3}{2} \]
\[ OK_{Y}^{B} = \frac{2}{3} \]
Land A besitzt einen absoluten und komparativen Kostenvorteil bei Gut Y.
Land B besitzt einen absoluten und komparativen Kostenvorteil bei Gut X.
Land A sollte sich auf Gut Y spezialisieren, da es geringere Opportunitätskosten bei diesem Gut besitzt (komparativer Kostenvorteil).
Land B sollte sich auf Gut X spezialisieren, da es geringere Opportunitätskosten bei diesem Gut besitzt (komparativer Kostenvorteil).
Land A:
\[ X_{max}^{A} = \frac{L_{A}}{a_{X}^{A}} = \frac{1000}{4} = 250 \]
\[ Y_{max}^{A} = \frac{L_{A}}{a_{Y}^{A}} = \frac{1000}{1} = 1000 \]
Land B:
\[ X_{max}^{B} = \frac{L_{B}}{a_{X}^{B}} = \frac{1500}{3} = 500 \]
\[ Y_{max}^{B} = \frac{L_{B}}{a_{Y}^{B}} = \frac{1500}{2} = 750 \]
Land A:
\[ L^{A} = a_{X}^{A} * X + a_{Y}^{A} * Y \]
\[ Y = \frac{L_{A}}{a_{Y}^{A}} - \frac{a_{X}^{A}}{a_{Y}^{A}} * X = 1000 - 4X \]
Land B:
\[ L^{B} = a_{X}^{B} * X + a_{Y}^{B} * Y \]
\[ Y = \frac{L^{B}}{a_{X}^{B}} - \frac{a_{Y}^{B}}{a_{X}^{B}} * Y = 500 - \frac{2}{3} * Y \]
Eine Autarkie ist die Bezeichnung eines Landes, welches keinen (internationalen) Handel betreibt.
Heutzutage gibt es keine Autarkien im engeren Sinne mehr. Alle Länder betreiben zumindest mit einem weiteren Land in irgendeiner Art und Weise internationalen Handel.
Das Land, welches einer Autarkie am nächsten kommt, ist Nordkorea. Bis auf wenige Ausnahmen, wird dieses Land fast vollständig autark geführt.
In einer Autarkie kann nur konsumiert werden, was zuvor auch innerhalb des Landes produziert wurde, d.h., die Produktion entspricht dem Konsum. Durch Außenhandel
Der relative Weltmarktpreis für B ist größer als der relative Autarkiepreis für Bier in Land A, d.h., das Land A profitiert vom internationalen Handel, da
es Bier auf dem Weltmarkt zu einem relativ teureren Preis verkaufen kann als im Inland. Außerdem zeigt das oben angegebene Verhältnis, dass Wein auf dem Weltmarkt
relativ günstiger eingekauft werden kann. In anderen Worten, Land A sollte Bier exportieren bzw. Wein importieren.
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